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Beleidigungen lösche ich nicht, da sie Bestätigung meiner Thesen über Gewaltmusik und deren Hörer sind.
Man darf natürlich auch über andere Themen schreiben ...

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Johannes Kaplan hat am 10.02.2011 01:55:59 geschrieben :

weitere anglophile Sprachentgleisungen
Eine weitere Unsitte hat sich beim Erscheinen von Ton- oder Bildträgern breitgemacht. Diese haben heute keinen Veröffentlichungstermin mehr, sondern ein Releasedate. Noch schlimmer ist das sogenannte Launchen von Tonträgern. Dies ist besonders in der von Hedonismus und xxxueller Selbstdarstellung geprägten Gewaltmusik-Stilrichtung House zu beobachten. Wer des Englischen mächtig ist, der weiß: der Begriff to launch wird im Zusammenhang mit Raketenstarts gebraucht. Ein Tonträger hingegen wird selten ins Weltall geschossen (auch wenn dies in vielen Fällen wünschenswert wäre).
 

BK hat am 10.02.2011 01:08:38 geschrieben :

...
Ja, es gibt völlig unnötige Angliszismen. Diese sind weder sinnvoll noch tragen sie zur Vereinfachung der Kommunikation bei.
Auch ich habe festgestellt, Herr Kaplan, dass die von Ihnen genannten Denglisch-Apostel in der Konversation mit einem Muttersprachler ziemlich hilflos sind.

Ebenso sinnfrei sind Anglizismen wie das angesprochene /sale/ und das /After-Work-Cooking/, was gerade ein besonders lächerliches Beispiel bietet.
Nichtsdestotrotz, und das geht an Sie, Herr Miehling, können Sie nicht einfach Gesetzmäßigkeiten der Sprachentwicklung ignorieren, nur weil Ihnen englische Begriffe nicht passen oder Sie die deutsche Sprache vor angeblich schädlichen Einflüssen schützen wollen.
Lesen Sie in den Grundlagen der Linguistik nach; jede Sprache strebt immer nach Vereinfachung, willkürliche Sprachlenkung ist fast immer kontraproduktiv. Im 19. Jahrhundert etwa gab es Bemühungen, die im Verschwinden begriffenen starken Verben zu erhalten. Dies ging so weit, dass sogar für schwache Verben, die im Frühneuhochdeutschen und im Mittelhochdeutschen stark flektiert wurden, neue starke Flexionsformen hinzugefügt wurden. Solcherlei Maßnahmen sind absolut sinnlos.
Genauso sinnlos ist es, für einen feststehenden Begriff wie /internet/ zwanghaft etwas wie /Weltnetz/ oder einfach nur /Netz/ zu setzen. Überhaupt ist es schwer nachvollziehbar, warum man ausgerechnet in dem internationalsten aller Kommunikationsmedien gegen Anglizismen vorgehen sollte. Internationale Verkehrssprache ist nun einmal Englisch, daher ist auch gegen einen /Relaunch/ einer Internetseite, sofern im Internet selbst angekündigt, nichts einzuwenden.
Was sagen Sie eigentlich zu /online/, Herr Miehling?
 
Kommentar: \"Online\" lässt sich im Deutschen mit \"im Netz\" übersetzen:
\"Ich bin im Netz.\" \"Ich habe im Netz etwas gelesen.\"
Da Sie auf Vereinfachung dringen: Ist es denn eine Vereinfachung, wenn Begriffe in die Sprache kommen, die ein nicht unbeträchtlicher Teil ihrer Sprecher nicht oder falsch verstehen? Die vielen englischen Begriffe dürften ein Grund dafür sein, dass viele ältere Menschen Berührungsängste gegenüber den neuen Medien haben.
Übrigens ist Englisch auch deshalb internationale Verkehrssprache geworden, weil die USA eine kluge Sprachenpolitik betrieben haben und andere ihre Sprache lernen ließen anstatt selbst Fremdsprachen zu lernen. Sie haben damit mehr Macht erreicht als mit den Kriegen, die sie geführt haben.

Johannes Kaplan hat am 09.02.2011 01:03:53 geschrieben :

noch ein kleiner Nachtrag
Ebenso scheinmodern ist der sogenannte Relaunch einer Internetseite. Wie wäre es stattdessen mit einer Überarbeitung oder Neugestaltung?
 
Kommentar: Ja, einer Netzseite!

Johannes Kaplan hat am 09.02.2011 00:56:30 geschrieben :

Anglizismen
An Herrn Dr. Miehling: oder aber sich ihren Teil denken und dann eben NICHT kaufen. Wer möchte schon sein Geld für Schmutziges ausgeben.

An Daisy: dabei wäre das Angebot der Volkshochschule mit Feierabend-Kochkurs für jedermann verständlich.
Wie ich mehrfach beobachten konnte, sind gerade diese Denglisch-Apostel in der Konversation mit einem englischen Muttersprachler sehr unbeholfen und verständigen sich eher mit Händen und Füßen. Ein zur Kommunikation anwendbares Englisch besteht eben schon aus mehr als scheinmodernen Schlagwörtern.
 

Daisy hat am 06.02.2011 20:58:36 geschrieben :

Anglizismen
@ Johannes Kaplan am 04.02.11

Ich kann Ihnen in allem nur zustimmen. Es gibt sinnvolle Anglizismen und überflüssige, die eher als alberne Mode zu betrachten sind. Zu Letzteren zähle ich z. B. das seit Jahren übliche \Sale\ für Schlussverkauf. Bald wird vermutlich kaum noch jemand den deutschen Begriff kennen. Und müssen sich deutsche Geschäfte unbedingt ein \Come in, we\re open\ oder \Sorry, we\re closed\ an die Ladentür hängen? Zum Seufzen bringt es mich auch, wenn ich, wie kürzlich geschehen, im Programmheft einer Volkshochschule einen Kochkurs als \After Work-Cooking\ angeboten sehe.

Was mir auch immer wieder auffällt, sind die phonetischen Anglizismen in deutschsprachiger Rockmusik. Da wird genäselt und gedehnt, werden Vokale übertrieben breit oder offen ausgesprochen, z. B. \ü\ fast wie \ö\ (ungefähr wie in \turn\ oder \surf\)usw. Das soll wohl irgendwie \cool\ klingen, geht zumindest mir aber einfach nur auf die Nerven.

Da ich gerade das Verb \to surf\, oder eingedeutscht \surfen\ erwähnte: Das ist z. B. ein Anglizismus, den ich akzeptabel finde, denn besonders für seine übertragene Bedeutung - das \Wellenreiten\ im Internet - gibt es im Deutschen kaum ein treffende Entsprechung.
 
Kommentar: \"Sale\" heißt bei unseren französischen Nachbarn \"schmutzig\". Die werden sich ihren Teil denken, wenn sie mal in Freiburg einkaufen. In Frankreich gibt es ja auch ein Sprachgesetz, das solchen Unsinn verbietet.

Johannes Kaplan hat am 04.02.2011 06:51:10 geschrieben :

die Pfeife der USA
Sprachlich, so meine ich, ist es eher so, daß die Deutsche Sprache als Zeichen einer falsch verstandenen Moderne nach der Pfeife der USA tanzen WILL. Und sich dabei bisweilen gegenüber dem englischen Muttersprachler der Lächerlichkeit preisgibt. Gewiß sind Fremdwörter nichts unübliches. Auch neue Fremdwörter nicht. So kann der Begriff Internet als ein solches neues Fremdwort betrachtet werden, wohingegen der Begriff Weltnetz durch seinen Gebrauch in rechtsgerichteten Kreisen leicht ein politisches Fettnäpfchen bedeutet. Jedoch einen Verkaufsleiter als Key Account Manager zu bezeichnen, zeugt meines Erachtens nach von sprachlicher Disziplinlosigkeit.
 

BK hat am 04.02.2011 00:30:11 geschrieben :

?
Ihre Frage, was ich unter anachronistisch verstehe, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Die Antwort ergibt sich eigentlich aus meiner weiteren Erläuterung.
Das hat nichts damit zu tun, dass in unserer Zeit /alles nach der Pfeife der USA zu tanzen hat/. Das ist die Systematik der deutschen Sprache. Aber ich wiederhole mich, ich habe dies im Vorpost dargelegt.
 

BK hat am 03.02.2011 13:20:31 geschrieben :

Replik 19.01.11
/1. Wie gesagt, ich habe diese Aussage nicht gemacht./

Sie verlinken aber auf diesen Artikel. Also stimmen Sie dem Artikel entweder zu und er spiegelt auch Ihre Geisteshaltung wieder oder Sie haben noch Platz in dem betreffenden GMNB gehabt und nicht gewusst, wie Sie ihn füllen sollen. Warum sonst sollten Sie diesen Artikel verlinken?

/3. Doch, es ist eine Selbstverständlichkeit. Das schließt andere Fälle nicht aus. Heute ist es nun einmal so, dass besonders viele Begriffe übernommen werden, und das noch dazu aus einer einzigen Sprache, dem Englischen./

Nein, und ich wiederhole mich gern, es ist eben keine Selbstverständlichkeit. Die deutsche Sprache war schon immer und ist assimilativ. Sprachwissenschaftlich gesehen, und, mit Verlaub, auf diesem Gebiet weiß ich mehr als Sie, ist es anachronistisch und atypisch, zwanghaft deutsche Begriffe zu erfinden. Das gilt natürlich nicht für alle Gegebenheiten. Dort, wo es bereits ein Synonym im Deutschen gibt, ist es sinnlos, den englischen Begriff zu übernehmen, es sei denn, der englische Begriff wäre um ein Vielfaches kürzer und einfacher. Dort, wo es im Deutschen keine Entsprechung gibt, wird häufig der englische Begriff übernommen. Das ist sprachwissenschaftlich gesehen keiner Rede wert, sondern völlig normal. Ich hatte Ihnen auch bereits mehrfach gesagt, dass mittlerweile die Mehrheit des deutschen Vokabulars aus aus anderen Sprachen entlehnten Wörten besteht.
 
Kommentar: 1. Wenn ich auf einen Artikel verweise, bedeutet das, dass ich ihn für interessant halte. Und selbst wenn ich dem Grundtenor eines Artikels zustimme, muss ich nicht mit jeder einzelnen seiner Aussagen übereinstimmen.

3. \"[...] ist es anachronistisch und atypisch, zwanghaft deutsche Begriffe zu erfinden.\"
Es nicht \"zwanghaft\", sondern normal, denn unsere Sprache ist deutsch. Und was meinen Sie mit \"anachronistisch\"? Dass in unserer Zeit alles nach der Pfeife der USA zu tanzen hat?

Johannes Kaplan hat am 02.02.2011 18:10:50 geschrieben :

Geschmacklosigkeit
Ein Fall beispielloser Geschmacklosigkeit wird von der Gewaltmusik-Gruppe Amorphis berichtet. Deren Sänger trug bei einem Auftritt ein T-Shirt mit dem Konterfei des SS-Arztes Josef Mengele.
Sie finden diese Meldung im Internet auf www.rockhard.de
 
Kommentar: Danke!

Chris Zwarg hat am 31.01.2011 01:06:26 geschrieben :

Nicht nur Klassik!
So sehr ich Ihre Erkenntnisse zur Gewaltmusik schätze - die Reduktion des Gegenbildes auf die Klassik greift m.E. zu kurz. Es gibt so viel herrliche, leider heute oft vergessene, nicht-klassische Musik die keinesfalls Gewaltmusik ist. Aus meiner eigenen Hörerfahrung möchte ich Unterhaltungs-Komponisten im besten Sinne wie Leo Fall, Imre Kalman, Victor Hollaender und Paul Lincke nennen, auch Richard Rodgers und Frederick Loewe nicht zu vergessen. In der kleinen Form des Liedes und Chansons denke ich an Künstler wie Reinhard Mey und Esther Ofarim, und auch die echten Volksmusiken (nicht etwa der primitiv-volksdümmliche Musikantenstadel-Typus!!) aller europäischen und asiatischen Völker sollten nicht vergessen werden (bei den Amerikanern und Afrikanern wirds freilich heikel, denn das sind ja leider die Quellen der unseligen Entwicklung...)

Vielleicht würde eine diesbezügliche Klarstellung vor allem in den für Kinder und Schüler gedachten Texten helfen, die Akzeptanz Ihrer Thesen zu verbessern? Klassik wirkt nun mal abschreckend weil kompliziert.
 
Kommentar: Klassik muss gar nicht kompliziert sein. Denken Sie nur an Mozart, der bei Kindern i.a. recht beliebt ist (solange sie noch nicht der Gewaltmusik verfallen sind).
Im anderen Punkt gebe ich Ihnen recht. Ich habe wohl in fast allen meinen Veröffentlichungen zum Thema darauf hingewiesen, dass die Begriffe \"Populäre Musik\" und \"Gewaltmusik\" nicht völlig deckungsgleich sind. In dem Text für Kinder musste ich natürlich Vieles vereinfacht darstellen. Ich sage ja auch immer, was Gewaltmusik klanglich ausmacht, und da müsste der Leser das schon richtig einordnen können ...

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