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Beleidigungen lösche ich nicht, da sie Bestätigung meiner Thesen über Gewaltmusik und deren Hörer sind.
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 Johannes Kaplan hat am 12.02.2011 06:19:29 geschrieben:
   die Gravitation des Englischen
Ein bedauerliches Zeugnis der Diskrepanz zwischen opportunem Denken und der sprachlichen Realität gab der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Günther Oettinger ab. Hier können Sie sich davon überzeugen http://www.youtube.com/watch?v=RWB5oyIjSF0

Wer sich des Englischen bedient, der sollte es auch sicher beherrschen. Und wird dann vielleicht auch über genügend sprachliche Kompetenz verfügen, daß er seine Muttersprache nicht mit scheinmodernen englischen Schlagwörtern Verunreinigen will.
Kommentar : Kannte ich schon, aber danke! Öttinger hatte sich schon zuvor dadurch unbeliebt gemacht, dass er das Deutsche als \"Feierabendsprache\" abkanzelte.
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 BK hat am 11.02.2011 14:43:30 geschrieben:
   Nachtrag
Im Anschluss dürfte es für Sie sinnvoll sein, einmal einen Einblick in die mannigfaltigen Lehnwörter der deutschen Sprache zu nehmen (im folgenden Link nur eine Auswahl): http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnwort
Kommentar : Das ist mir alles im wesentlichen bekannt und kein Argument dafür, in der Gegenwart, wo wir es beeinflussen können, eine schleichende Vereinnahmung des Deutschen durch das Englische hinzunehmen. Das betrifft nicht nur die Anglizismen; z.B. werden in Naturwissenschaften deutsche Forscher gezwungen, auf Englisch zu publizieren!
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 BK hat am 11.02.2011 14:33:31 geschrieben:
   ...
Nicht ICH dringe auf Vereinfachung, Herr Miehling, sondern die Sprache.
Da Sie offenbar, das zeigt Ihr Kommentar, noch immer nicht verstanden haben, in welcher Weise und Systematik sich Sprachen entwickeln, lesen Sie bitte:
http://coral.lili.uni-bielefeld.de/Classes/Summer98/Grundkurs98/Vorlesung/grundkursvorlesung/node4.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwandelgesetz

http://www.fb10.uni-bremen.de/homepages/wildgen/pdf/sprachevolution_und_sprachwandel.pdf
Hier besonders die Rubrik /lexikalischer Lehneinfluss/
Kommentar : Anglizismen können eine Vereinfachung sein, wenn man z.B. mehrer Wörter durch eines ersetzt (Job statt Arbeit, Arbeitsplatz, Arbeitsstelle, Aufgabe, Pflicht), aber das ist auch eine Verarmung. Oft dagegen sind Anglizismen eine Verkomplizierung, v.a. für Leute, die nur schlecht oder gar nicht Englisch verstehen.
Im übrigen kann Sprache kann nicht auf Vereinfachung oder sonst etwas dringen, da sie kein denkender Organismus ist. Die Menschen gestalten die Sprache!
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 Johannes Kaplan hat am 10.02.2011 01:55:59 geschrieben:
   weitere anglophile Sprachentgleisungen
Eine weitere Unsitte hat sich beim Erscheinen von Ton- oder Bildträgern breitgemacht. Diese haben heute keinen Veröffentlichungstermin mehr, sondern ein Releasedate. Noch schlimmer ist das sogenannte Launchen von Tonträgern. Dies ist besonders in der von Hedonismus und xxxueller Selbstdarstellung geprägten Gewaltmusik-Stilrichtung House zu beobachten. Wer des Englischen mächtig ist, der weiß: der Begriff to launch wird im Zusammenhang mit Raketenstarts gebraucht. Ein Tonträger hingegen wird selten ins Weltall geschossen (auch wenn dies in vielen Fällen wünschenswert wäre).
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 BK hat am 10.02.2011 01:08:38 geschrieben:
   ...
Ja, es gibt völlig unnötige Angliszismen. Diese sind weder sinnvoll noch tragen sie zur Vereinfachung der Kommunikation bei.
Auch ich habe festgestellt, Herr Kaplan, dass die von Ihnen genannten Denglisch-Apostel in der Konversation mit einem Muttersprachler ziemlich hilflos sind.

Ebenso sinnfrei sind Anglizismen wie das angesprochene /sale/ und das /After-Work-Cooking/, was gerade ein besonders lächerliches Beispiel bietet.
Nichtsdestotrotz, und das geht an Sie, Herr Miehling, können Sie nicht einfach Gesetzmäßigkeiten der Sprachentwicklung ignorieren, nur weil Ihnen englische Begriffe nicht passen oder Sie die deutsche Sprache vor angeblich schädlichen Einflüssen schützen wollen.
Lesen Sie in den Grundlagen der Linguistik nach; jede Sprache strebt immer nach Vereinfachung, willkürliche Sprachlenkung ist fast immer kontraproduktiv. Im 19. Jahrhundert etwa gab es Bemühungen, die im Verschwinden begriffenen starken Verben zu erhalten. Dies ging so weit, dass sogar für schwache Verben, die im Frühneuhochdeutschen und im Mittelhochdeutschen stark flektiert wurden, neue starke Flexionsformen hinzugefügt wurden. Solcherlei Maßnahmen sind absolut sinnlos.
Genauso sinnlos ist es, für einen feststehenden Begriff wie /internet/ zwanghaft etwas wie /Weltnetz/ oder einfach nur /Netz/ zu setzen. Überhaupt ist es schwer nachvollziehbar, warum man ausgerechnet in dem internationalsten aller Kommunikationsmedien gegen Anglizismen vorgehen sollte. Internationale Verkehrssprache ist nun einmal Englisch, daher ist auch gegen einen /Relaunch/ einer Internetseite, sofern im Internet selbst angekündigt, nichts einzuwenden.
Was sagen Sie eigentlich zu /online/, Herr Miehling?
Kommentar : \"Online\" lässt sich im Deutschen mit \"im Netz\" übersetzen:
\"Ich bin im Netz.\" \"Ich habe im Netz etwas gelesen.\"
Da Sie auf Vereinfachung dringen: Ist es denn eine Vereinfachung, wenn Begriffe in die Sprache kommen, die ein nicht unbeträchtlicher Teil ihrer Sprecher nicht oder falsch verstehen? Die vielen englischen Begriffe dürften ein Grund dafür sein, dass viele ältere Menschen Berührungsängste gegenüber den neuen Medien haben.
Übrigens ist Englisch auch deshalb internationale Verkehrssprache geworden, weil die USA eine kluge Sprachenpolitik betrieben haben und andere ihre Sprache lernen ließen anstatt selbst Fremdsprachen zu lernen. Sie haben damit mehr Macht erreicht als mit den Kriegen, die sie geführt haben.
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 Johannes Kaplan hat am 09.02.2011 01:03:53 geschrieben:
   noch ein kleiner Nachtrag
Ebenso scheinmodern ist der sogenannte Relaunch einer Internetseite. Wie wäre es stattdessen mit einer Überarbeitung oder Neugestaltung?
Kommentar : Ja, einer Netzseite!
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 Johannes Kaplan hat am 09.02.2011 00:56:30 geschrieben:
   Anglizismen
An Herrn Dr. Miehling: oder aber sich ihren Teil denken und dann eben NICHT kaufen. Wer möchte schon sein Geld für Schmutziges ausgeben.

An Daisy: dabei wäre das Angebot der Volkshochschule mit Feierabend-Kochkurs für jedermann verständlich.
Wie ich mehrfach beobachten konnte, sind gerade diese Denglisch-Apostel in der Konversation mit einem englischen Muttersprachler sehr unbeholfen und verständigen sich eher mit Händen und Füßen. Ein zur Kommunikation anwendbares Englisch besteht eben schon aus mehr als scheinmodernen Schlagwörtern.
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 Daisy hat am 06.02.2011 20:58:36 geschrieben:
   Anglizismen
@ Johannes Kaplan am 04.02.11

Ich kann Ihnen in allem nur zustimmen. Es gibt sinnvolle Anglizismen und überflüssige, die eher als alberne Mode zu betrachten sind. Zu Letzteren zähle ich z. B. das seit Jahren übliche \Sale\ für Schlussverkauf. Bald wird vermutlich kaum noch jemand den deutschen Begriff kennen. Und müssen sich deutsche Geschäfte unbedingt ein \Come in, we\re open\ oder \Sorry, we\re closed\ an die Ladentür hängen? Zum Seufzen bringt es mich auch, wenn ich, wie kürzlich geschehen, im Programmheft einer Volkshochschule einen Kochkurs als \After Work-Cooking\ angeboten sehe.

Was mir auch immer wieder auffällt, sind die phonetischen Anglizismen in deutschsprachiger Rockmusik. Da wird genäselt und gedehnt, werden Vokale übertrieben breit oder offen ausgesprochen, z. B. \ü\ fast wie \ö\ (ungefähr wie in \turn\ oder \surf\)usw. Das soll wohl irgendwie \cool\ klingen, geht zumindest mir aber einfach nur auf die Nerven.

Da ich gerade das Verb \to surf\, oder eingedeutscht \surfen\ erwähnte: Das ist z. B. ein Anglizismus, den ich akzeptabel finde, denn besonders für seine übertragene Bedeutung - das \Wellenreiten\ im Internet - gibt es im Deutschen kaum ein treffende Entsprechung.
Kommentar : \"Sale\" heißt bei unseren französischen Nachbarn \"schmutzig\". Die werden sich ihren Teil denken, wenn sie mal in Freiburg einkaufen. In Frankreich gibt es ja auch ein Sprachgesetz, das solchen Unsinn verbietet.
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 Johannes Kaplan hat am 04.02.2011 06:51:10 geschrieben:
   die Pfeife der USA
Sprachlich, so meine ich, ist es eher so, daß die Deutsche Sprache als Zeichen einer falsch verstandenen Moderne nach der Pfeife der USA tanzen WILL. Und sich dabei bisweilen gegenüber dem englischen Muttersprachler der Lächerlichkeit preisgibt. Gewiß sind Fremdwörter nichts unübliches. Auch neue Fremdwörter nicht. So kann der Begriff Internet als ein solches neues Fremdwort betrachtet werden, wohingegen der Begriff Weltnetz durch seinen Gebrauch in rechtsgerichteten Kreisen leicht ein politisches Fettnäpfchen bedeutet. Jedoch einen Verkaufsleiter als Key Account Manager zu bezeichnen, zeugt meines Erachtens nach von sprachlicher Disziplinlosigkeit.
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 BK hat am 04.02.2011 00:30:11 geschrieben:
   ?
Ihre Frage, was ich unter anachronistisch verstehe, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Die Antwort ergibt sich eigentlich aus meiner weiteren Erläuterung.
Das hat nichts damit zu tun, dass in unserer Zeit /alles nach der Pfeife der USA zu tanzen hat/. Das ist die Systematik der deutschen Sprache. Aber ich wiederhole mich, ich habe dies im Vorpost dargelegt.
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