Gästebuch

Nachdem rechtswidrige Inhalte in das Gästebuch gestellt wurden, werden die Einträge erst nach Freischaltung durch mich veröffentlicht.
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Beleidigungen lösche ich nicht, da sie Bestätigung meiner Thesen über Gewaltmusik und deren Hörer sind.
Man darf natürlich auch über andere Themen schreiben ...

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Sie wissen schon... hat am 15.09.2011 02:06:57 geschrieben :

...und so weiter....
Natürlich dürfen Sie kritisieren was Ihnen nicht gefällt, das sollte Ihnen niemand absprechen. Aber aus diesem Missfallen Verbote herleiten zu wollen ist doch etwas anmaßend. Genauso könnte man das Verbot des Fernsehens, der Handys oder Von Harry Potter Romanen fordern.

Subjektivität:

Genau deswegen, ohne die subjektive Erfahrung können sie keinen objektiven Blickwinkel erfassen. Das ist wie wenn Sie ein Haus von außen betrachten und Theorien über die Vorgänge darin entwickeln anhand dessen, was Sie durch die Fenster sehen. Ohne das Haus aber jemals zu betreten. Sie könnten übrigens bedenkenlos einen Joint rauchen, Konsum und Besitz in geringer Menge sind nicht strafbar – falls es Ihnen nur darum geht.

„Es gibt bereits eine Menge Studien, deren Ergebnisse ich berücksichtigt habe. Um selbst eine durchzuführen, benötigt man eine gewisse Infrastruktur und finanzielle Ausstattung. Das machen Kollegen, die an einer Universität angestellt sind.“

Aber Herr Doktor, wo bitte bleibt denn Ihr Forschergeist. Mit einem magna cum laude Titel könnten Sie doch Forschungsgelder für 10 Feldstudien einstreichen, wenn Sie nur einmal anfragen würden. Und ob die Kollengen an der Uni sich mit Themen wie „Gewaltmusik“ auseinandersetzen, daran wage ich zu zweifeln - höchstens als Kuriosum in den Medienwissenschaften.
 
Kommentar: Ich leite die Notwendigkeit von Verboten nicht aus meinem Missfallen her, sondern aus den Folgen des Gewaltmusikkonsums.

"Genau deswegen, ohne die subjektive Erfahrung können sie keinen objektiven Blickwinkel erfassen."
Wer kann dann überhaupt noch über Musik - und anderes - forschen?

"Konsum und Besitz in geringer Menge sind nicht strafbar"
- aber dennoch verboten, so absurd dieser Widerspruch auch ist.

"Mit einem magna cum laude Titel könnten Sie doch Forschungsgelder für 10 Feldstudien einstreichen"
Vielleicht könnte ich das, wenn ich an einer Universität angestellt wäre, aber als freiberuflicher Wissenschaftler ist das ausgeschlossen.

"Und ob die Kollengen an der Uni sich mit Themen wie 'Gewaltmusik' auseinandersetzen, daran wage ich zu zweifeln"
Damit haben sich schon Etliche auseinandergesetzt - siehe die Studien, auf die ich mich in meinen Schriften berufe!

Johannes Kaplan hat am 15.09.2011 00:43:32 geschrieben :

qualifikationsfreies Musizieren
Offenbar verfügen viele Gewaltmusiker weder über eine formale und anerkannte musikalische Ausbildung noch sind sie in der Lage, Noten zu lesen.
Wie ist Ihre Einschätzung, Herr Dr. Miehling, welche Maßnahmen wären zum Erwirken eines Berufsverbotes (soll heißen: Verbot des öffentlichen Aufführens der Musik sowie Verbot des Verkaufs von Tonträgern) denkbar? Welche Initiativen gilt es zu ergreifen, um den Gesetzgeber zum Handeln zu bewegen?
Merke: ein Handwerker muß zum Ausüben seines Berufes schließlich auch über einen Gesellenbrief und zum Ausüben einer selbständigen Tätigkeit über einen Meisterbrief sowie über einen Eintrag in die Handwerkerrolle verfügen.

Einen segensreichen Herbst wünscht Ihnen

Ihr Johannes Kaplan
 
Kommentar: Lieber Herr Kaplan, ich sehe das Problem nicht in mangelnder Qualifikation. Kulturschaffende, um das Wort "Kunst" zunächst zu vermeiden, sollen das Recht haben, unabhängig von der künstlerischen und technischen Qualität ihre Produktionen auf dem freien Markt anzubieten. Ich bin durchaus ein Verfechter der "Kunst"freiheit; nur da, wo "Kunst" negativ manipuliert, wo sie durch klanglichen Ausdruck von Hass und Aggression einer Aufforderung zum Gesetzesbruch gleichkommt, da soll der Staat einschreiten.

Unbekannt hat am 13.09.2011 05:44:05 geschrieben :

II. &quot;Wertewnadel&quot;
Sorry, hatte Probleme mit meiner Internet Verbindung...

"Haben Sie denn eine bessere Erklärung für den Wertewandel?"

Ich hätte Dutzende im Angebot: Kapitalismus, Konkurrenzdenken, Leistungsdruck, etc. (polemisch) Aber das würde den Nagel nicht auf den Kopf treffen, denn der sog. "Werteandel" ist ein sehr vielschichtiges Phänomen, das sich nicht monokausal erklären lässt. Vielmehr handelt es sich um gesellschaftliche Entwicklungen die zahlreiche Ursachen haben und nicht unbedingt immer in direkter Verbindung zueinander stehen. Und nicht alles was unter diesem Begriff gefasst wird ist automatisch schlecht und böse. Die veränderte Perzeption der xxxualität und deren Befreiung von religiösen Zwängen zum Beispiel war ein lange überfälliger sozialer Befreiungsschlag. Deswegen ist unsere Gesellschaft eben trotz des inszenierten Konkurrenzdruckes immer noch um einiges friedlicher, als das vorangegangene Modell. Die xxxualunterdrückung ist jedenfalls mit Sicherheit EIN wichtiger psychologischer Faktor zu Erklärung der Gewalt des Dritten Reiches (siehe Wilhelm Reich: „Massenpsychologie des Faschismus“). Denn wie Sie richtig bemerken waren Jazz und Swing dies wohl nicht... obwohl, wenn ich Ihrer Logik folge, dann muß die Musik aber doch eine der Ursachen gewesen sein. Oder? Naja, darüber streiten Sie sich am besten mit Herrn Reich...
Um aber nochmal auf die bedeutung des Neoliberalismus in diesem Zusammenhang zu kommen:
Die "Spaßgesellschaft" ist doch das Resultat der neoliberalen Ideologie. Hat sich die FDP einst (im Wahlkampf 2002) nicht selbst sogar als "Spaßpartei" bezeichnet? Und die Gleichung Geld=Konsum=Spaß passt da doch auch recht genau in den Kontext. Dies steht vollkommen in Einklang mit der Ideologie des „Freien“ Marktes, aber -und insofern gebe ich Ihnen recht- dieser hat natürlich auch die Musik „industrialisiert“ und zu einem Konsumobjekt umgewertet.
 
Kommentar: Den Faschismus u.a. auf Sexualunterdrückung zurückzuführen, ist aber wirklich gewagt. Gerade psychologische Hypothesen sind sehr spekulativ und noch weit weniger belegbar als Medienwirkungen.

Nein, meiner "Logik" nach muss Musik nicht eine der Ursachen für den Faschismus gewesen sein. Der Musikkonsum dürfte in den 1920er/30er Jahren schon quantitativ mit dem der Nachkriegszeit oder gar dem heutigen kaum vergleichbar gewesen sein.

Neoliberalismus: Schauen Sie sich doch an, wer die ersten Träger des Wertewandels waren: Gewaltmusiker, Hippies, linke Studenten. Alles andere als Neoliberalisten! Die FDP als "Spaßpartei" war ja wohl eher ein nicht ganz ernst gemeinter Wahlwerbetrick. Was sind die Werte des Neoliberalismus? Ich bin kein Experte dafür, aber in erster Linie sehe ich da die Eigenverantwortung. Und das ist ein klassischer bürgerlicher Wert.

Meddelfenn hat am 12.09.2011 11:57:38 geschrieben :

III. Zum Okkultismus
1. Wer (wie einige "Satanisten") Crowleys Gesetz "Tu was Du willst" als "Tu was Dir gefällt" auslegt, hat den Alten gründlich missverstanden. Crowley betonte immer wieder (siehe z.b. „Magik“ Bd.II), daß die Bedeutung dieses Grundsatzes in der Erkenntnis des eigenen "wahren Willens" liegt und nicht in der Erfüllung momentaner Wünsche.
2. Wenn Sie die Aussage, daß ich etwas verteidige was mir gefällt als Vorwurf betrachten, dann lasse ich mir diesen gern gefallen.
3."Black Metal ist oft der Einstieg zum Satanismus; von klassischer Musik kann man das gewiss nicht behaupten." - Die erste Musik die ich bewusst angehört habe war Mussorgskys "Nacht auf dem kahlen Berge"... ...allerdings auch nicht bei den Satanisten gelandet, obwohl ich mich immer für den Okkultismus interessiert habe. Das schreibe ich allerdings eher meinem Verständnis von Religion im Allgemeinen zu, als der „milderen“ Wirkung Mussorgskys im Vergleich zu Black Metal...(ich hoffe sie verstehen die Ironie). Sie sollten hier allerdings (falls Sie an einer objektiven Betrachtungsweise interessiert sind... aber nein - es gibt ja nur subjektive...) nicht vergessen, daß ein nicht unerheblicher Teil der "satanistischen" Black Metal Bewegung faschistischem Gedankengut (ähnlich wie Wagner damals XD) sehr nahe steht. Die Auffassungen die viele dieser Gruppen vertreten, sind mit dem eher unpolitischen, bzw. links-alternativen Death-Metal oder Grindcore nicht vergleichbar.
Und zum Schluss: Ich wohne übrigens mit einem klassischen Musiker zusammen (ein sehr netter Mensch!) und darf mir den ganzen Tag das Geklimper seiner Schüler anhören, da sein Studio direkt neben meinem Zimmer liegt, während ich aus Rücksicht meine Anlage ausgeschaltet lasse. Er spielt allerdings auch E-Gitarre, da manifestiert sich wahrscheinlich bereits der verderbliche Einfluss der Gewaltmusik
 
Kommentar: Ein "II." ist nicht angekommen, stattdessen Teil I zweimal!

1. Jedenfalls kommt es darauf an, wie Gewaltmusiker und Gewaltmusikhörer den Satanismus verstehen und ggf, ausüben. Crowleys Schriften sind ja auch nicht für alle Satanisten gültig.

2. "Wenn Sie die Aussage, daß ich etwas verteidige was mir gefällt als Vorwurf betrachten, dann lasse ich mir diesen gern gefallen."
Dann kann ich mir ja auch den Vorwurf gefallen lassen, etwas zu kritisieren, was mir nicht gefällt!

Meddelfenn hat am 12.09.2011 11:04:26 geschrieben :

I. Wissenschaftliche Theorien
... also, weiter gehts:

"Und ich habe neulich sogar gelesen, man könne wissenschaftliche Thesen niemals beweisen, sondern nur widerlegen."

Sie haben sicherlich recht, was den naturwissenschaftlichen Nachweis in der Geistes- und Sozialwissenschaft angeht. Das bedeutet aber keine Umkehrung der Beweislast, erst recht nicht, wenn daraus konkrete politische Forderungen hergeleitet werden sollen. Ohne Gegenprobe bleiben Ihre Hypothesen pure Spekulation.
Mit der gleichen Art von Argumentation wird übrigens gerade ein Berg in Bosnien zur größten Pyramide der Welt erklärt (wenn es sie interessiert googlen sie mal "Bosnian Pyramid" und vergessen Sie nicht die Stellungnahme der UNESCO dazu).
Der Erfinder dieser ganzen Farce hat übrigens auch einen "Doktortitel" ...(Verstehen Sie die Gänsefüßchen bitte nicht auf den Ihren bezogen, ich habe Ihre Dissertation nicht gelesen)
Sie sollten aber, wenn Sie wissenschaftlich ernst genommen werden wollen, Ihre Theorien auch einmal mit eigenen "Feldstudien" (ein, zwei Festivalbesuche, mal nen Joint rauchen, auf einem Rave abtanzen) gegentesten. Vielleicht kommen Ihnen ja dann ganz andere Ideen. Schließlich sollte es in der Wissenschaft ja nicht darum gehen etwas „mit Gewalt“ zu beweisen, sondern tragfähige Erklärungsmuster für beobachtete Phänomene zu entwerfen. Das bedeutet aber eben auch, daß man den gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachten muss, wenn man soziale Phänomene erklären will.
 
Kommentar: Sie wissen, dass ich mich strafbar machen würde, wenn ich einen "Joint" rauchte! Auch würde das für mein Thema keine Erkenntnisse bringen. Feldstudien haben andere schon gemacht. Es erstaunt mich, dass Sie ausgerechnet das vorschlagen; ist doch hier die subjektive Komponente besonders groß!
Es gibt bereits eine Menge Studien, deren Ergebnisse ich berücksichtigt habe. Um selbst eine durchzuführen, benötigt man eine gewisse Infrastruktur und finanzielle Ausstattung. Das machen Kollegen, die an einer Universität angestellt sind.

K.K. hat am 10.09.2011 15:09:39 geschrieben :

Neoliberalismus
"Die zunehmende Rücksichtslosigkeit gibt es schon länger als 20 Jahre, und ich sehe auch nicht, was die Rücksichtslosigkeit, die aus der Spaßgesellschaft und aus der "Tu was Du willst, nutze alle Mittel"-Ideologie (Jürgen Laarmann, aber auch ein satanistisches Gesetz) erwächst, mit Kapitalismus und Neoliberalismus zu tun haben soll. Es geht hier um Spaß, nicht um "Geld als höchsten Wert"."

Dann scheinen Sie aber nicht viel Ahnung von Neoliberalismus zu haben. Zumindest zeigen Sie hier eindeutig Inkonsequenz. Ich wills erklären: Neoliberalismus bzw. Freie Marktwirtschaft ist das schlimmste, was die Menschheit bisher hervorgebracht hat. Denn genau dort zeigt sich dort durch Profitgier, Egoismus und Rücksichtslosigkeit genau der Wertewandel, den Sie so anprangern und rückgängig machen wollen. Wenn Sie die Rücksichtslosigkeit dieser Gesellschaft anprangern, dann MÜSSEN Sie das auf allen Ebenen tun und nicht nur auf die "Spaßgesellschaft" beziehen.
Und ich wage sogar zu sagen, dass das alles garnicht so ungewollt ist. Die Leute sollen abgelenkt werden von den Dingen die eigentlich passieren. Schaut man einmal hinter die Kulissen und tut nicht alles sofort als Verschwörungstheorie ab, dann erkennt man schon ziemlich viele schreckliche Dinge, die passieren. Sei es durch Genveränderung oder durch den Irak-Krieg.

Und immer wieder, wenn ich mir die Ausmaße der Probleme anschaue, die wir momentan haben, wundere ich mich eigentlich umso mehr wie man für sowas belangloses wie die Behauptung "Gewaltmusik" ist böse soviel Zeit aufwenden kann. Wir haben deutlich mehr Probleme, um die man sich kümmern sollte.
 
Kommentar: Gewiss haben wir noch mehr Probleme; um die kümmern sich andere Leute. Ich habe mich als Musiker und Musikwissenschaftler für mich naheliegend auf die Probleme beschränkt, die durch den Konsum bestimmter Musik entstehen.

Meddelfenn hat am 09.09.2011 23:26:28 geschrieben :

Schwanzvergleich III XD
"Ich sage nicht mehr und nicht weniger als dass Gewaltmusik einen großen Anteil am Werteverfall bzw. -wandel, wie auch immer Sie es bezeichnen wollen, besitzt. "

Das können Sie nur leider nicht wissenschaftlich nachweisen.
Und ich glaube auch nicht, daß Jazz und Swing für die Gewalt des Dritten Reiches verantwortlich waren. Die Werte dieser Generation halte ich allerdings auch für äußerst fragwürdig und muss mich daher fragen wovon Sie sprechen, wenn Sie vom Werteverfall reden.
Die von Ihnen beobachtete zunehmende Rücksichtslosigkeit etc. ist doch vielmehr ein Resultat der kapitalistischen/ neoliberalen Ideologie, die uns vor allem in den letzten 20 eingedroschen wurde.
Hier befindet sich das konservative Lager aber doch in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite wird noch immer eine Lanze für den Kapitalismus gebrochen, auf der anderen Seite wundert man sich über den Werteverfall. Wer aber Geld als den höchsten Wert deklariert, der muss sich nicht wundern, wenn die Gesellschaft dementsprechend verroht. Dies aber auf die Musik zu schieben ist doch sehr eindimensional gedacht. Vor allem, da gerade Metal, Punk oder Grindcore als musikalische Ausdrucksformen zu sehen sind, die eine Unzufriedenheit mit den gesellschaftlichen Zuständen ausdrücken. Daß die Musik nun nicht gerade Ihren persönlichen Geschmack trifft ist noch kein Argument für deren Schädlichkeit.

LG

P.S. Die Musik von Wagner empfinde ich durchaus als aggressiv, ganz abgesehen von den ideologisch (und geschichtswissenschaftlich) fragwürdigen Inhalten. Außerdem haben auch klassische Komponisten okkulte Themen aufgegriffen (z.b.Mussorgsky) und es gibt im Heavy Metal nicht wenige Referenzen auf sein Werk.
 
Kommentar: "Das können Sie nur leider nicht wissenschaftlich nachweisen."
Können Sie es widerlegen? In streng naturwissenschaftlichem Sinn kann man in den Geistes- und Sozialwissenschaften nichts beweisen. Und ich habe neulich sogar gelesen, man könne wissenschaftliche Thesen niemals beweisen, sondern nur widerlegen. Insofern ist Ihr Argument gegenstandslos. Haben Sie denn eine bessere Erklärung für den Wertewandel?

Ich habe nicht behauptet, "daß Jazz und Swing für die Gewalt des Dritten Reiches verantwortlich waren."
Die zunehmende Rücksichtslosigkeit gibt es schon länger als 20 Jahre, und ich sehe auch nicht, was die Rücksichtslosigkeit, die aus der Spaßgesellschaft und aus der "Tu was Du willst, nutze alle Mittel"-Ideologie (Jürgen Laarmann, aber auch ein satanistisches Gesetz) erwächst, mit Kapitalismus und Neoliberalismus zu tun haben soll. Es geht hier um Spaß, nicht um "Geld als höchsten Wert".

Also bitte, ich habe in meinen Schriften viele Argumente vorgebracht, aber mein persönlicher Geschmack gehört nicht dazu. Natürlich kann niemand, der über Musik schreibt, die Reaktionen ausblenden, die sie in ihm hervorruft. Ich könnte Ihnen ebensogut vorwerfen, dass Sie diese Musik deshalb verteidigen, weil Sie sie gerne hören.

"Außerdem haben auch klassische Komponisten okkulte Themen aufgegriffen"
Das ist völlig richtig. Es kommt ja auch darauf an, wie diese Dinge dargestellt, bewertet und musikalisch umgesetzt werden. Black Metal ist oft der Einstieg zum Satanismus; von klassischer Musik kann man das gewiss nicht behaupten.

BK hat am 09.09.2011 01:22:59 geschrieben :

...
Drehen dann aber die Sache einmal um.
Ich trat sehr früh mit Gewaltmusik in Kontakt. Sei es durch tägliches Radiohören am Mittagstisch, sei es durch Beginn des Musikunterrichts am Altsaxophon. Jazz habe ich schon mit 9 Jahren gespielt. Mit 11 Jahren habe ich angefangen, die Beatles zu hören. Mit 13 übelste Gewaltmusik wie Eurodance, Rave und Techno. Mit 15 habe ich angefangen, Heavy Metal zu hören, was ich seitdem täglich tue. Trotzdem wurden weder meine Schulnoten schlechter noch hatte ich während meines Studiums Probleme. Ich führe ein bürgerliches Leben und ja, ich halte bürgerliche Werte für wichtig. Ich bin nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
Und bevor Sie ihr Totschlagsargument à la Ausnahmen bestätigen die Regel bringen..ich habe einen sehr großen Freundeskreis, die alle Gewaltmusik hören und teils auch produzieren. Trotzdem findet sich dort kein Vergehen über Ordnungswidrigkeiten wie Falschparken, und selbst das nur als Ausnahme. Das sind mir ein paar Ausnahmen zu viel.
 
Kommentar: Das ist Ihre persönliche Erfahrung. Würde ich hauptsächlich mit persönlichen Erfahrungen argumentieren, würden Sie mir das gewiss, und mit Recht, als unwissenschaftlich ankreiden. Ich halte mich deshalb lieber an wissenschaftliche Studien, die u.a. für Heavy-Metal-Hörer ein signifikant erhöhtes Vorkommen delinquenten Verhaltens nachgewiesen haben.

Meddelfenn hat am 08.09.2011 23:42:42 geschrieben :

Sinnloser Schwanzvergleich II
Aber vielleicht liegt hier ja der Hund begraben - im Grunde sind Sie neidisch auf das glanzvolle Leben der Rockstars und würden gerne auch solche Exzesse feiern. Leider steht dem aber Ihre bourgeoise Erziehung und so bleibt halt nichts anderes übrig als auf die zu schimpfen, die ihr Leben so leben, wie es ihnen gefällt... Aber keine Sorge, weder Sie noch sonst irgendjemand kann meine Liebe zur Musik beeinträchtigen, egal ob Klassik, Grindcore oder Hip Hop. Nur mit Marschmusik lassen Sie mich bitte zufrieden!
 
Kommentar: Das musste ja kommen: Wenn die eigenen Argumente zu schwach sind, wird der Andersdenkende hobbypsychologisch analysiert. Dafür gibt es in diesem Gästebuch und anderswo viele Beispiele.
Retourkutsche gefällig? Vielleicht sind Ihnen nie Grenzen gesetzt worden, und deshalb fehlt Ihnen die Selbstkontrolle und die Bereitschaft zu Pflichterfüllung, Verzicht und Rücksichtnahme. Also bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als auf die zu schimpfen, die sich für "bürgerliche" Werte einsetzen.
Es ist ja so leicht, auf diesem Niveau zu argumentieren ...

Meddelfenn hat am 08.09.2011 23:42:07 geschrieben :

Sinnloser Schwanzvergleich
Jaja, zählen Sie mir die mal alle auf...
...ich frage mich aber doch ganz ehrlich, wozu Sie die ganze Zeit über versuchen diese völlig unangemessenen Schwanzvergleiche zwischen klassischen und "Gewaltmusikern" (ein sehr dämlicher Ausdruck übrigens)anstrengen. Vielleicht sollten Sie lieber einmal schauen, wie es denn allgemein so im Showbiz aussieht - da nehmen sich Rocker und Stadlmusikanten nicht viel. Was zur Hölle wollen Sie also beweisen? Daß jeder Mensch, der Heavy Metal hört eine Tendenz zum moralischen Verfall entwickelt? Daß Hip Hop Vergewaltigungen hervorruft...oder daß klassische Musiker die besseren Menschen sind? Ich denke Sie übersehen hier die großen sozialen Zusammenhänge, und ordnen(ähnlich wie Däniken etc.) auf völlig unwissenschaftliche Weise jede Information die Ihnen in den Kram passt in Ihr großes Gesamt-(verschwörungs-)schema.
Außerdem: die gewalttätigste Generation die unser Land bislang hervorbrachte, hat hauptsächlich Marschmusik gehört (die einzige Musik, die man vielleicht zu Recht als "Gewaltmusik" bezeichnen darf). Hitler verehrte Wagner (laut Nietzsche: "ein Musikantenproblem") und seine rechtsnationale Dicke-Backen-Musik. War Wagner also ein Gewaltmusiker?
Ich finde es jedenfalls sehr erschreckend, wenn selbst halbwegs gebildete Menschen wie Sie diese sensationalistische Sündenbockmasche aufgreifen und sich zum Fahnenträger der Intoleranz aufschwingen muss, nur um ein bischen Aufmerksamkeit zu erhaschen (... Fortsetzung folgt)
 
Kommentar: "Stadlmusikanten" sind auch Gewaltmusiker. Was die produzieren, hat ja mit Volksmusik schon lange nichts mehr zu tun.
Ich habe kein "Gesamt-(verschwörungs-)schema." Ich sage nicht mehr und nicht weniger als dass Gewaltmusik einen großen Anteil am Werteverfall bzw. -wandel, wie auch immer Sie es bezeichnen wollen, besitzt.
Dass die "gewalttätigste Generation die unser Land bislang hervorbrachte, [...] hauptsächlich Marschmusik gehört" hätte, halte ich für eine absurde Behauptung. In Kriegen ging es schon immer gewalttätig zu, und den Millionen Opfern stehen ja nicht ebensoviele Täter gegenüber. Vielmehr sind relativ wenige Täter dank ihrer politischen Position für sehr viele Opfer verantwortlich gewesen.
Statistiken zum Musikgeschmack und -konsum dieser Zeit liegen m.W. kaum vor. Dass Jazz u.ä. als Musikstil verboten gewesen wäre, wie oft behauptet wird, stimmt übrigens nicht. Es gab ein "Reichsunterhaltungsorchester" (bin nicht sicher, ob das die genaue Bezeichnung ist), das durchaus Jazz- und Swingmusik spielte.
Hitler schätzte Wagner natürlich als deutschen Komponisten, der deutsche/germanische Themen verarbeitet hat. Aber er hörte am liebsten Operette. Wagner war kein Gewaltmusiker, weil er keine aggressive Musik komponierte.

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